Der Aufbau einer wirklich nachhaltigen Beschaffungskette klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Denn groß ist die Zahl der Aufgaben, die Unternehmer dafür stemmen müssen. Angefangen von der gründlichen Recherche der Kennzahlen sowie benötigter Daten über die Verpflichtung der Lieferanten zur Datenanlieferung bis hin zum Aufbau einer Infrastruktur, die nicht nur einmal jährlich, sondern im Idealfall jederzeit die Erstellung eines CSR-Berichts ermöglicht. Und damit einen 24/7 Überblick über die eigene Co2 Bilanz.

Nur so hat das Management die Möglichkeit, Missstände ebenso wie Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Welche sind aber nun die Kennzahlen, die für die CO2-Bilanz relevant sind?

Zur CO2 Bilanz einer Modemarke tragen zum einen die Produkte selbst bei bzw. deren Herstellung, zum anderen aber auch ihr Transport. Spätestens im jährlichen CSR-Report wird sichtbar, wie viele Waren per Schiff, Flugzeug, Bahn oder LKW transportiert wurden – und welche CO2 Emissionen damit verbunden sind. Oder wieviel Tonnen Ökobaumwolle, recycelte Stoffe oder Daunen verarbeitet wurden. Anschließend werden im Idealfall die Emissionswerte der verschiedenen Lieferanten und Spediteure miteinander verglichen und daraus Konsequenzen abgeleitet.

Herausforderung

Optimalerweise wird eine CO2 Bilanz für die einzelnen Produkte oder sogar die gesamte Marke nicht nur einmal jährlich im Rahmen des verpflichtenden CSR-Reports erfasst, sondern auf monatlicher – besser noch, wöchentlicher – Basis. So können die Entscheidungsträger im Unternehmen stets auf aktuelle Kennzahlen zugreifen und diese für Ihre taktischen und strategischen Entscheidungen nutzen.

Doch das Zusammentragen und vor allem Zusammenführen der dafür benötigten Daten ist mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Vor allem wenn man keinen direkten Zugriff auf die Lieferanten hat. Immerhin: zahlreiche Fertiger sind bereits in den gängigen Indexlisten vertreten und geben bereitwillig Auskunft zu ihrem Fertigungsprozess und dessen Kennzahlen.

Lösung ERP-System

Sind die entsprechenden Grunddaten einmal im ERP-System hinterlegt, sind die Daten zur CO2-Bilanz jederzeit, auch via Smartphone, abrufbar. Lieferanten und Dienstleister können bzw. müssen ihre CO2-relevanten Daten über Portale eigenständig einpflegen. Bei Vergessen werden sie automatisch daran erinnert. Die fehlenden Nachhaltigkeitsdaten werden gut sichtbar im ERP-System markiert. Der Aufwand für Pflege und Überwachung der geforderten Daten wird so erheblich reduziert.

Auch viele Spediteure haben sich bereits in die Higg-Datenbank eingetragen – ein Self-Assement-Tool zur einheitlichen Erfassung von Nachhaltigkeitsdaten bei der Textilproduktion, das via Schnittstelle mit dem ERP-System verbunden ist.

Zwar lassen sich Transporte oftmals aufgrund langfristiger Verträge nicht täglich optimieren, aber die Spediteure können regemäßig auch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit auf den Prüfstand gestellt werden.

Fazit: ERP-Systeme sind stark darin, Zusammenhänge zwischen Einzeldaten aufzudecken. So verschaffen sie Ihrem Anwender nicht nur Vorteile fürs Image, sondern auch finanzielle. Denn liegen die Zahlen erst einmal offen, ist ein bewussterer Umgang mit Energie, Wasser und anderen Ressourcen möglich.

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